Mining-Anlage hochgenommen: Entziehung elektrischer Energie zum Generieren von Bitcoins

In einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Zwickau liest man, dass ein Einsatz gegen eine Mininganlage zum Schürfen von Kryptowährungen gelaufen ist, die mit Strom versorgt wurde, den man “angezapft” hatte. Die Daten zu dem Einsatz lassen sich durchaus lesen:

  • Durch Manipulation der Stromanlage soll dem Energieversorger ein Schaden von mehr als 220.000 Euro entstanden sein.
  • In der Anlage waren insgesamt 80 Grafikkarten verbaut. Die Anlage verbrauchte ungefähr soviel Energie wie 30 normale Haushalte.
  • Laut Heise-Online sollen in 2017 und 2018 jährlich 390.500 kWh entnommen worden sein

Der Fall ist dabei gerade im Hinblick auf die Konsequenzen durchaus einige Worte wert, da hier mitunter der finanzielle Ruin stehen kann.

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Polizei warnt vor sogenanntem Cyber-Grooming

In einer Pressemitteilung warnt das Polizeipräsidium Neubrandenburg vor einer aktuellen Welle von Cybergrooming: Die Polizei möchte hiermit ausdrücklich vor einem vermehrten Aufkommen des sogenannten Cyber-Groomings warnen. Dabei wird insbesondere zu Kindern in sozialen Netzwerken zunächst ein Vertrauensverhältnis (das Grooming = vorbereiten) aufgebaut, welches schließlich dazu genutzt wird, an Aufnahmen mit teilweise kinderpornographischen Inhalten zu gelangen. 

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Cybercrime Report der ENISA für das Jahr 2018

Die Europäische Sicherheitsagentur “ENISA” (“European Union Agency for Network and Information Security”) hat ihren Report zur Cybersicherheit für das Jahr 2018 veröffentlicht und kommt zu wichtigen wenn auch nicht ganz überraschenden Ergebnissen:

  • Mail- und Phishing-Nachrichten sind wichtigster Gegenstand von Malware-Angriffen
  • Das Krypto-Mining ist wesentlicher Bestandteil der Finanzierung für Cyber-Kriminelle
  • Staatlich gesponserte Agenten zielen zunehmend auf Banken ab, indem sie Angriffsvektoren verwenden, die bei Cyberkriminalität eingesetzt werden.
  • Kritisch sieht man das zunehmende Aufkommen von IoT-Umgebungen, da es aufgrund fehlender Schutzmechanismen in IoT-Geräten und -Diensten mit geringem Aufwand weiterhin leichte Angriffsziele sind.
  • Cyber Threat Intelligence muss auf zunehmend automatisierte Angriffe mit neuen Ansätzen für den Einsatz automatisierter Tools und Fertigkeiten reagieren.
  • Die öffentliche Hand muss sich attraktiver gestalten: Öffentliche Organisationen haben mit der Bindung von Mitarbeitern zu kämpfen, da sie stark mit der Industrie um die Gewinnung von Cybersecurity-Talenten konkurrieren.

Die Einschätzungen spiegeln sich auch in den Statistiken wider, wo sich der allgemeine aktuelle Trend weg von der Ransomware zeigt:

Der in englisch verfasste Report bietet einige gute Einblicke, ist allerdings auch sehr umfangreich. Es zeigt sich, dass Staaten auf nationaler Ebene dringend in Hinsicht auf aktive Maßnahmen reagieren müssen und dass die ersten Schritte in Deutschland (Kommando Cyber- und Informationsraum, Cyberagentur und Cybercrime-Zentren) weiter betrieben werden sollten.

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Drei Jahre Haft für Cybergrooming

Beim NDR findet sich ein Bericht zu einer Haftstrafe wegen Cyber-Groomings:

Das Landgericht Stralsund hat einen Mann aus Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) wegen sogenannten Cyber-Groomings zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt (…) Um sich das Vertrauen der Kinder zu erschleichen, gab er sich als 13-Jährige aus (…) Seit 2014 hatte der Mann mit dieser Masche in knapp 140 Fällen Erfolg. Im vergangenen Mai wurde er verhaftet und kam in Untersuchungshaft.

Aus der Nachricht des NDR; Stand: 29.11.2018 14:46 Uhr

Die Nachricht ist insoweit interessant, als das sie verdeutlicht, dass bei entsprechender Intensität ganz erhebliche Strafe – selbst verbunden mit Untersuchungshaft – zu erwarten sind.

Intime Fotos – Was tun wenn Nacktfotos verschickt oder ins Internet gestellt werden?

Es gibt nur wenig, was mit so großer Scham der Opfer verbunden ist – und was zudem auch noch ein derartiges Tabu-Thema in unserer Gesellschaft ist: Nacktfotos von Ex-Partnern. Nicht zuletzt auf Grund der alltäglichkeit von Smartphones sind Nacktaufnahmen innerhalb von Beziehungen durchaus fester Alltag bei Paaren geworden, insoweit sollte man sich von dem beharrlichen gesellschaftlichen Schweigen zu dem Thema nicht in die Irre leiten lassen.

Gleichsam aber zeigen sich manche Paare, aber auch manche Ex-Partner, mit dem Umgang mit solchen Aufnahmen nach einer Trennung vollkommen überfordert. Dabei konnte sich die Rechtsprechung hierzu bereits äussern; und wer hier mit Bloßstellungen konfrontiert ist, kann sich durchaus wehren.

Dazu auch von mir: Opfer von Cyberverbrechen – Was tun?

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Bewerbungsmail mit Schadsoftware

Vorsicht beim Öffnen von Bewerbungen per Mail im Betrieb: Bereits im Jahr 2018 gab es diverse Warnungen vor Mails, die wie übliche Bewerbungs-Mails aussehen. Heute erhielt ich auf gleich mehreren Mailadressen eine gleichlautende Mail, mit der man sich für eine angebliche Stellenausschreibung bewirbt. Schon von den Mailadressen her passte es nicht, losgelöst davon, dass wir nichts ausgeschrieben haben in der Kanzlei

Angebliche Bewerbung per Mail
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Kommentar: Der Gesetzgeber wacht beim Cybercrime auf – er ist selber betroffen

Nach dem Bekanntwerden der Veröffentlichung von persönlichen Daten von Politikern und Prominenten ist nun die Aufregung groß – da lese ich zum Beispiel in der Süddeutschen Zeitung von einem Politiker:

Grünen-Chef Robert Habeck forderte eine bessere Ausrüstung und Ausbildung der Polizei für solche Delikte. Man brauche eine “Cyber-Polizei”, sagte er am Montag im ARD-“Morgenmagazin”. “Die Polizei muss ertüchtigt werden, solche Leute zu fassen.”

SZ-Online, 7. Januar 2019, 06:25 Uhr, Hackerangriff

“Ach!?” ist das erste was mir einfällt wenn ich diese Zeilen lese: Da schimpfen Ermittler und Anwälte gleichermaßen über die schlechte Ausstattung der Behörden und Justiz in diesem Bereich, aber kaum ist ein Politiker mit wohl eher nicht so spannenden Daten betroffen, da wacht man dann auf. Jahrelang stehe ich bereits Menschen bei, die sich gegen Stalking, Telefon-Terror, Facebook-Beleidigungen, Fake-Rezensionen und digitale Bloßstellungen wehren bei einem letztlich dann in Schlagkraft und vor allem Reaktions-Geschwindigkeit doch eher überschaubaren juristischen Maßnahmenkatalog. Aber kaum sind Parlamentarier betroffen, da rotiert die Maschine.

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Cybercrime: Wie schütze ich mich vor einem Hackerangriff?

Bevor man sich damit beschäftigen muss, wie man mit einem Hack-Angriff umgeht, ist es sinnvoller über die Vorsorge nachzudenken – also zu verhindern, dass überhaupt ein erfolgreicher Angriff auftritt. Dies ist inzwischen sogar Pflicht, mit dem IT-Sicherheitsgesetz sind Sie verpflichtet, zumindest grundsätzliche Sicherheitsaufgaben zu erledigen. Das bedeutet in aller Kürze: Werksseitig vorhandene Passwörter müssen verändert werden, Softwareupdates zeitnah eingespielt werden und Zugangshürden zur Infrastruktur, die man selber einrichten kann, aktiviert werden.

Zum Thema Cyberangriff weitere Artikel von mir:

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Darknet-Verkäufer bei fingierter Übergabe festgenommen

Ich habe einen längeren Beitrag zur Thematik Darknet und Ermittlungsverfahren im Darknet vor einiger Zeit verfasst, in dem ich auch etwas zum Entdeckungsrisiko geschrieben habe. Bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern findet sich eine Pressemitteilung, die nochmals verdeutlich, dass gerade beim Warenverkauf die physische Übergabe der Ware einen erheblichen Ansatzpunkt für Ermittler bietet.

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Notveräußerung von Bitcoins im Jahr 2018

Bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern habe ich eine Pressemitteilung zur Notveräußerung von Bitcoins gefunden. Die Mitteilung ist hinsichtlich des Vorgehens interessant, daher übernehme ich sie im Folgenden.

Rechtlich ist darauf hinzuweisen, dass eine solche Notveräußerung im Sinne des §111p StPO immer in Betracht kommt, wenn beschlagnahmte Gegenstände einen erheblichen Wertverlust erleiden könnten. Ich kenne dies etwa aus BTM-Verfahren, wo zum Schmuggel genutzte KFZ auf diesem Wege noch vor der Hauptverhandlung veräußert wurden. Im vorliegenden Fall dürfte sich die Notveräußerung als gute Wahl dargestellt haben, wenn man sich vor Augen hält, wie sich der allgemeine Bitcoin-Kurs seit der Veräußerung Anfang 2018 entwickelt hat.

Was mit dem Geld geschieht steht erst am Ende fest, etwa wenn das Gericht eine Einziehung anordnet. Der Staat kann auch mit Teilen des Betrages hinsichtlich von Kosten die Aufrechnung erklären. Da inzwischen, nach der Reform der Vermögensabschöpfung im Strafrecht, auch die Einziehung von sämtlichen finanziellen Vorteilen der Tat im Raum steht ohne dass eventuelle Kosten bei der Bemessung berücksichtigt werden, stehen hier mitunter erhebliche Vermögensverluste im Raum.

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