Drogen per Post: Drogen im Internet bestellen

Handel mit Drogen im internet: Regelmäßig werden Plattformen – wie “Shiny Flakes” oder “Silk Road” – durch Ermittler gesprengt. Zu Beobachten ist dann, wie einigen Käufern Schweissperlen auf die Stirn getrieben werden.

Ich war – nicht zuletzt wegen der speziellen Tätigkeit im BTM-Strafrecht in unserer grenznahen Kanzlei – in den vergangenen Jahren in mehreren Fällen des Drogenkaufs und Verkaufs im Internet die Strafverteidigung tätig und gebe im Folgenden einen kurzen Überblick für Käufer von Drogen im Internet. Denn das Risiko erwischt zu werden besteht – und es stehen Strafen im Raum.

Dazu bei uns: Risiko Einkauf im Darknet

Kauf von Drogen im Internet: Wird man als Käufer erwischt?

Es ist durchaus überraschend: In den mir bekannten Fällen von Plattformen wie Shiny Flakes hatten die Online-Verkäufer von Drogen zwar nicht zwingend eine „ordentliche Buchführung“ – wer aber glaubt, dass man dort besonders sensibel mit den Käuferdaten umgeht, irrt. Nicht zuletzt die Logistik der Verkäufer bedurfte schon einer gewissen Buchhaltung und Kontrolle, etwa zur Frage welche Drogenbestellung bereits versendet war und welche nicht.

Insbesondere war es nicht so, dass Daten aus Drogenkäufen immer gezielt gelöscht wurden – was ja sinnvoll wäre, auch um Ermittlungen hinsichtlich der eigenen Verkaufstätigkeit zu erschweren. Vielmehr gab es in den mir bekannten Fällen von Drogenverkäufen immer wieder einen MischMasch aus Zettelwirtschaft und digitalem Datensalat, in dem Ermittler eine Vielzahl (vermeintlicher) Drogenkäufer aufgefunden haben. Spätestens nämlich wenn es um die Abwicklung geht, also die Verwaltung der eingehenden Zahlungen und das Beihalten, wer schon beliefert wurde, ist regelmäßig in irgendeiner Form eine Art Buchhaltung notwendig. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest irgendwo die Versandadresse nach dem Kauf von Drogen im Internet auftaucht ist damit nach meiner Erfahrung recht hoch.

Beweis des Kaufs von Drogen im Internet

Je nachdem wie die Abwicklung des Drogenkaufs lief, muss nicht zwingend ein Rückschluss auf den Käufer geboten sein. Ich hatte Fälle, in denen zwar eine Versandadresse vorhanden war, aber sonst nichts weiter an Korrespondenz. Wenn die Versandadresse dann noch zu einem stark bevölkerten Wohnheim gehört oder zu einer WG, war bisher immer eine Einstellung des Verfahrens erreichbar.

Hinzu kommt, dass gerade in BTM-Verfahren die Verkäufer häufig dazu übergehen mit den Ermittlungsbehörden zu kooperieren, da im BTM-Strafrecht zwar einerseits deutliche Strafen im Raum stehen, bei Kooperation aber auch erhebliche Strafnachlässe.

Es kommt insoweit stark auf die Gegebenheiten an, die erst mit Akteneinsicht geklärt sind. Darüber hinaus ist es häufig so, dass für den Versender je nach Umfang des Handeltreibens (und Region in der verhandelt wird), sehr viel auf dem Spiel steht. Dabei ist es regelmäßig zu erwarten, dass dieser versucht ein wenig Bonus heraus zu holen, in dem er recht tatkräftig bei der Aufklärung der Daten zu den Käufern mithilft.

Wie findet man die Verkäufer von Drogen im Internet?

Verkäufer von Drogen im Internet werden erwischt: Tatsächlich ist es überraschend häufig so, dass Briefe mit Drogen oft fehlerhaft frankiert sind. Wenn dann noch eine Absenderadresse fehlt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der BTM-Inhalt entdeckt wird. Hier zeigt sich bereits, dass Versender von Drogen aus dem Internet gerne auch mal recht sorglos an das Thema herangehen. Allerdings muss ich für mich feststellen, dass es häufig auch so ist, dass Sendungen beschädigt werden – und wenn dann weisses Pulver herausrieselt, wird die Polizei gerufen.

Was droht Online-Käufern von Drogen?

Was ist die Strafe bei Kauf von Drogen im Internet: Hier kommt es stark auf die individuellen Umstände an. Wer kleine Mengen für offenkundigen Eigenkonsum erwirbt, bei dem waren Einstellungen, ggfs. gegen Auflagen, durchaus möglich. Wer dagegen bei einem ausländischem Anbieter eine „nicht geringe Menge“ erworben hat, dem wird man schnell mit der „Einfuhr nicht geringer Menge“ drohen, was eine Mindeststrafe von 2 Jahren ergäbe. Zudem kommt bei bestimmten Mengen sehr schnell der Verdacht des Handeltreibens hinzu, was weitere Ermittlungsmaßnahmen auslösen kann. Jedenfalls bei der Einfuhr von BTM gibt es aber letztlich ganz gehöriges Verteidigungspotential, da regelmäßig zumindest ein minder schwerer Fall vorliegen wird und häufig der Einfuhr-Vorsatz nicht zu erkennen sein wird.

Hausdurchsuchung nach Drogenkauf im Internet

Übrigens ist Vorsicht angesagt: Es wird bei einem Online-Kauf ab einer gewissen Menge durchaus zeitnah eine Hausdurchsuchung zu erwarten sein. Bei kleineren Mengen Mariuhana und einer einmaligen Bestellung habe ich das noch nicht erlebt, wohl aber bei grösseren Mengen (wobei regional der Begriff „grösser“ sehr unterschiedlich gehandhabt wird) und bei sämtlichen anderen Drogen, auch Amphetaminen bzw. Party Drogen wie Ecstasy. Insoweit ist es leider keine Seltenheit, dass die Ermittlungen wegen der Bestellungen kleiner(er) Mengen am Ende dazu führen, dass etwas aufgefunden wird, was weitaus grössere Probleme macht.

Untersuchungshaft nach Kauf von Drogen im Darknet?

Eine Untersuchungshaft ist jedenfalls bei “üblichen” Käufen im Rahmen typischer Vorgänge hinsichtlich eines Käufers aus meiner Sicht eher unwahrscheinlich.

Strafmaß beim Kaufen von Drogen im Internet

In der Vergangenheit war ich in einer Mehrzahl von Fällen des Kaufs von Drogen über das Internet/Darknet tätig. Betroffene interessiert natürlich als erstes, was sie als Strafmaß erwartet. In meinen Fällen lief es immer nach einem recht vorhersehbaren Schema, das mitunter nach einiger Diskussion mit der Staatsanwaltschaft einzuhalten war:

  • Bei weichen Drogen bis zum mittleren Grad (Cannabis & Ecstasy-Tabletten) in überschaubarer Menge waren Einstellungen möglich, teilweise mit deutlich unter 90 Tagessätzen.
  • In sonstigen Fällen verblieb es bei einem Strafbefehl, hier kam man immer mit einer Geldstrafe aus, die Höhe war natürlich abhängig von der Art und Menge der Drogen, aber auch der zuständigen Staatsanwaltschaft.
  • Hässlich war es, wenn je nach Staatsanwaltschaft abhängig von der Menge oder Mischung der bestellten Drogen dann eine Hausdurchsuchung veranlasst wurde und hierbei weitere Drogen oder gar „Plantagen“ gefunden wurden – diese Fälle sind aber mit den üblichen Bestell-Fällen nicht zu vergleichen.

Was droht den Verkäufern von Drogen im Internet?

Das geht kurz: Umfang der Drogengeschäfte und im Rahmen der Organisation zu Tage getretene kriminelle Energie sind wesentliche Strafzumessungskriterien. Bei erheblicher zu erwartender Freiheitsstrafe droht auch Untersuchungshaft, hiervor sollten nicht die Augen verschlossen werden. Die Behörden selber versuchen auf Grund der gesammelten (digitalen) Daten Rückschlüsse auf den Umfang der Geschäfte zu ziehen. Diese Auswertungen sind mit erheblichen zeitlichen Abläufen verbunden, sollte Untersuchungshaft vorliegen, geht dies erheblich zum Nachteil des Verkäufers.

Die Verteidigung ist komplex und ohne hinreichende Erfahrung aus meiner Sicht von Anfang an mit erheblichen Risiken behaftet: Bei einem gewerbsmäßigen Handeltreiben mit BTM steht pro Tat eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr im Raum, ebenso bei Handeltreiben mit nicht geringen Mengen. Auch wenn gerade im BTM-Strafrecht die Kooperation erhebliche Vorteile birgt, kann ein voreiliges oder unbedachtes agieren die Zahl der Einzeltaten erheblich ansteigen lassen. Auch unnötige Äußerungen zum Erwerb der BTM, insbesondere wenn eine Einfuhr stattgefunden haben könnte, würden sich erheblich nachteilig auswirken.

Fazit zum Drogenkauf im Internet

Wer im Internet Drogen kauft, muss damit rechnen, dass es irgendwann auffliegt. Auch wenn anonym bezahlt wird, über die Versandadresse steht ein Ermittlungsansatz zur Verfügung, sofern der Verkäufer Daten aufbewahrt hat. Letzteres ist dabei überraschend oft der Fall. Letztlich bietet sich allerdings oft gutes Verteidigungspotential, sofern man ruhig bleibt und sich nicht um Kopf und Kragen redet. Verkäufer dagegen müssen mit erheblichen Konsequenzen rechnen, wer hier keinen geeigneten anwaltlichen Beistand hat spielt – sofern noch was zu retten ist – mit seiner Freiheit.