Verbreitung von Cannabis unter jungen Konsumenten

Cannabis bleibt weiterhin eine beachtlich verbreitete Droge unter jungen Menschen – während in Deutschland immerhin noch 10-15% der jüngeren Menschen Cannabis konsumieren sind es im europäischen Ausland teilweise über 15% – die Statistik verdeutlicht aus meiner Sicht, dass es sich bei Cannais-Konsum um ein gesellschaftliches Phänomen handelt, dem man offenkundig alleine durch Strafen nicht begegnen kann:

Quelle: European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction
„Verbreitung von Cannabis unter jungen Konsumenten“ weiterlesen

Cannabis: Preise, Wirkstoffmenge und Beschlagnahmen in der EU

Die Menge an durch die Behörden beschlagnahmtem Cannabis ist inzwischen, nach kurzer Rückläufigkeit, stagnierend – wobei man der Grafik der EMCDDA auch entnehmen kann, wie sich in der EU insgesamt die für Strafverfahren wichtigen Werte verteilen:

  • Wirkstoffgehalt: Reicht von 2% bis 18% bei pflanzlichem Cannabis, im Schnitt zwischen 9 – 12%
  • Preis: Von 4 Euro bis 21 Euro pro Gramm, im Schnitt 8-12 Euro
  • Konsumverhalten: Immerhin gut die Hälfte der Konsumenten konsumiert Cannabis täglich

Diese Werte im Durchschnitt entsprechen auch sehr genau dem Bereich, den ich in Strafverfahren immer wieder in Deutschland erlebe, jedenfalls für unseren Bereich dürften diese Zahlen sehr repräsentativ sein. Ausnahme: Nicht professionell vorgehaltene kleine Pflanzen für den Eigenkonsum, hier erlebe ich häufig noch die 3-5% Wirkstoffgehalt, die vor Jahrzehnten mal dem üblichen Markt entsprachen.

Quelle: European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction

Hinsichtlich des zunehmend steigenden Wirkstoffgehaltes ist insoweit auf die Ausführungen der Drogenbeauftragten hinzuweisen:

In den letzten Jahrzehnten ist der THC-Gehalt von Cannabis stark angestiegen. So lag der Medianwert für Haschisch im Jahr 1996 bei 4,9 % und hat sich bis 2017 verdreifacht auf 14,7 %. Der Medianwert für Marihuana lag 1996 bei 4,8 %. Seit 2004 wird der Medianwert für die Blütenstände getrennt vom Marihuanakraut erfasst. Der Medianwert des THC für die Blütenstände lag 2017 bei 13,1 % (BKA). Wenn die hochgezüchteten Cannabissorten zudem wenig oder kein Cannabidiol (CBD) enthalten, das die Wirkung des THC abmildern kann, steigt das Risiko für gesundheitliche Folgeschäden und die Entwicklung einer Abhängigkeit (Freeman et al., 2018; Yücel et al., 2016; Freeman et al., 2015). Parallel zum Anstieg des THC-Gehaltes ist der CBD-Anteil in den letzten Jahren gesunken.

Drogen- und Suchtbericht 2018 der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Seite 86
„Cannabis: Preise, Wirkstoffmenge und Beschlagnahmen in der EU“ weiterlesen

Darknet-Ökosystem: Drogenabsätze von Darknet-Marktplätzen

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat zusammen mit EUROPOL eine kaum beachtete und hoch interessante Untersuchung des Darknet-Ökosystems erstellt, die erhebliche Einblicke in die Situation der Marktplätze im Darknet gibt. Insbesondere durch die Schliessung grösserer Darknet-Markplätze (Silk Road, Alphabay, Hansa, Pandora, Silk Road 2.0, Black Market, Blue Sky, Tor Bazaar, Topix, Hydra, Cloud 9 and Alpaca) hat man diverse Daten gewonnen, die zu einer Umfangreichen Analyse führten. Dabei kann durchaus eines überraschen, nämlich das nach Umsätzen Top-Verkaufsland: Deutschland.

Dazu auch von mir:

„Darknet-Ökosystem: Drogenabsätze von Darknet-Marktplätzen“ weiterlesen

IOCTA 2018 Report

Der IOACTA Repost 2018 von Europol (“INTERNET ORGANISED CRIME THREAT ASSESSMENT” – IOCTA) gibt einen Ausblick auf die Entwicklungen im Cybercrime wie sie von Europol für das Jahr 2019 erwartet werden und prognostiziert:

  • Ransomware retains its dominance
  • Production of CSEM (“Child Sexual Exploitation Material”) continues
  • DDoS continues to plague public and private organisations
  • Card-not-present fraud dominates payment fraud but skimming continues
  • As criminal abuse of cryptocurrencies grows, currency users and exchangers become targets
  • Social engineering still the engine of many cybercrimes
  • Cryptojacking: a new cybercrime trend
  • Shutters close on major Darknet markets, but business continues

Im Kern zeigen sich also keine wirklich neuen Trends, es geht um (marginale) Verschiebungen in der Bedeutung jeweiliger bereits bekannter Angriffsarten. Zum Cryptojacking wird ausgeführt:

Cryptojacking is an emerging cybercrime trend, referring to the exploitation of internet users’ bandwidth and processing power to mine cryptocurrencies. While it is not illegal in some cases, it nonetheless creates additional revenue streams and therefore motivation for attackers to hack legitimate websites to exploit their visitor’s systems. Actual cryptomining malware works to the same effect, but can cripple a victims system by monopolising their processing power.

IOCTA 2018 Report, Seite 8

Soweit auf eine nur teilweise Illegalität verwiesen wird ist festzuhalten, dass hier regelmässig nach deutschem Recht eine Strafbarkeit vorliegen wird.

Zahlen und Fakten zum Thema Kindesmissbrauch

Zum Thema Cybercrime gehört fest verbunden auch die Thematik Sexualstrafrecht, insbesondere der Kindesmissbrauch. Ich habe in den vergangenen Jahren sowohl Opfer wie Täter vertreten und dabei gelernt, dass es viele Irrtümer in diesem Bereich gibt. Einer der gefährlichsten Irrtümer ist aus meiner Sicht, dass viele Menschen bis heute bei “Kindesmissbrauch” an irgendeinen Fremden denken, der sich eines Kindes bemächtigt. Statistisch aber ist es so, dass die meisten Übergriffe vorwiegend im eigenen sozialen Umfeld des Kindes stattfinden, insbesondere im eigenen familiären Umfeld.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine sehr umfangreiche Pressemitteilung herausgegeben, in der einige Fakten zum Thema Kindesmissbrauch mitgeteilt werden. Diese gebe ich im Folgenden wider.

„Zahlen und Fakten zum Thema Kindesmissbrauch“ weiterlesen

Cybercrime Bundeslagebild 2017

Im Bundeslagebild 2017 zeigt sich ein erneuter Anstieg der Cyberkriminalität, wobei weiterhin Vermögensdelikte den Großteil ausmachen. Eine besondere Welle war auch 2017 die Thematik “Ransomware”, wobei weiterhin die wirtschaftliche Bedeutung der Taten hervorzuheben ist

Aktuelle Phänomene aus dem BKA Bundeslagebild Cybercrime 2017
„Cybercrime Bundeslagebild 2017“ weiterlesen

Cybercrime Bundeslagebild 2016

Sowohl das Bundeskriminalamt als auch das LKA NRW haben zwischenzeitlich wieder Veröffentlichungen zum Lagebild Cybercrime veröffentlicht – die Presse hat die Meldungen wie gewohnt unreflektiert aufgenommen, dabei ist in den Publikationen durchaus offen angesprochen, warum die Zahlen mit Hintergrundwissen aufgenommen werden müssen.

Überblick des BKA Lagebild Cybercrime 2016

Auf den ersten Blick besteht ein massiver Anstieg der Fälle von Cybercrime im engeren Sinn – allerdings muss man die Hintergründe kennen: So wird der Computerbetrug in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) nun klarer ausgewiesen, der überdies den Grossteil der erfassten Taten ausmacht. Durch diese differenzierte Erfassung des vom Anteil der beträchtlichsten Delikts steigen automatisch die Fallzahlen massiv an, ein. Vergleich aber ist nur mittelbar möglich (so auch auf Seite 5 des Berichts). Dabei ist auch daran zu denken, dass Massenhacks, ausgehend von einer Tat und einem Täter, die aber zu einer Vielzahl von Betroffenen führen (wie etwa standardisierte Router-Hacks) letztlich nur zu einer Fallzahl führen!

„Cybercrime Bundeslagebild 2016“ weiterlesen

Cybercrime Bundeslagebild 2015

Das Bundeskriminalamt hat das “Lagebild Cybercrime 2015” veröffentlicht. Dabei entwickelt sich der sich seit Jahren abzeichnende Trend hinsichtlich Täterstrukturen und Angriffszielen weiter ab, aus meiner Sicht droht hier ein zunehmendes eskalierendes Problem.

Anzahl der Cybercrime Taten 2015 nach PKS (Quelle: BKA)
Anzahl der Cybercrime Taten 2015 nach PKS und Deliktsform (Quelle: BKA)
„Cybercrime Bundeslagebild 2015“ weiterlesen

PKS: Cybercrime Lagebild für NRW 2015

Das LKA NRW hat das “Cybercrime Lagebild für NRW 2015” bekannt gegeben. Hierbei zeigt sich weiterhin ein auf den ersten Blick zu erkennender Rückgang der IT-Straftaten, was aber nur sehr bedingte Rückschlüsse zulässt. So erinnert das LKA daran, dass die PKS mit veränderten Daten gefüttert wird:

Im Jahr 2014 wurde damit begonnen, Delikte der Cybercrime bundeseinheitlich nur noch in der PKS zu erfassen, wenn konkrete Anhaltspunkte für eine Handlung des Täters innerhalb Deutschlands vorliegen.

Ob sinnvoll oder nicht, jedenfalls sollten man sich mit Rückschlüssen hinsichtlich Daten vor 2014 eher zurückhalten.

Bildschirmfoto 2016-07-07 um 15.41.58

Zentrale Ansprechstelle Cybercrime der Polizei

Die Bedeutung des IT-Strafrechts nimmt immer weiter zu, auch die Ermittlungsbehörden fokussieren sich: Im Bundeskriminalamt wurde eine “Nationale Kooperationsstelle Cybercrime” eingerichtet, auch in jedem Bundesland wurde eine zentrale Ansprechstelle Cybercrime geschaffen. Die Aufgaben beschreibt das BKA so:

Die Komplexität der Angriffsvektoren, das hohe Schadenspotenzial und die gesamtgesellschaftliche Auswirkungen in Fällen von Cybercrime erfordern eine vertrauensvolle Kooperation zwischen betroffenen Unternehmen und Strafverfolgungsbehörden.
Auf die Bedarfslage wurde von Seiten der Polizei in Bund und Ländern durch die Einrichtung zentraler Ansprechstellen Cybercrime (ZAC) beim BKA und den Länderpolizeien reagiert.
Die ZAC des BKA als Bestandteil der Nationalen Kooperationsstelle Cybercrime fungiert dabei als Vermittler und Berater für die Wirtschaft, um im Schadensfall die polizeilichen Ermittlungen zu koordinieren.

Welche Ansprechstellen es jeweils gibt wurde unter Polizei.de zusammen gefasst, die Auflistung findet sich auch am Ende dieses Beitrags als PDF.

In NRW etwa wurde nun bei der Staatsanwaltschaft Köln ein ZAC eingerichtet, wobei die StA Köln bereits seit einiger Zeit eine spezielle Abteilung mit entsprechender Kompetenz bereit gehalten hatte. In den Aachener Nachrichten findet sich hierzu auch ein Interview.

Die Bündelung ist ebenso wie der Fokus dringend geboten: In IT-Strafsachen hat sich zunehmend fehlende Kompetenz in der Sache als erheblicher Hemmschuh erwiesen. Erste Überlegungen, dass fehlendes Wissen sich eher zu Gunsten von Beschuldigten auswirken könnte, haben sich als fatale Fehleinschätzung erwiesen. Auf der anderen Seite ist zu sehen, dass gerade Unternehmen zunehmend mit Straftaten konfrontiert sind, etwa Angriffen auf die eigene Infrastruktur oder wirtschaftlich bedeutsame Daten; aber auch zielgerichtet auf das Unternehmen in Form von digitaler Erpressung oder Betrug. Hier erwies sich für Betroffene Unternehmen mangelnde Kompetenz und viel zu lange Arbeitszeit als grösstes Problem bei der Suche nach Tätern – eine Kompetenzbündelung kann hier durchaus hilfreich sein.