Jens Petersen: Medienrecht

Jens Petersen, Medienrecht, 4. Auflage (Preis: 24 Euro)

Ein Kurz-Lehrbuch und das heißt: Man braucht etwas länger um es zu lesen. Dafür wird man aber auch belohnt – mit hoher Aktualität zum Beispiel.

Petersen hat z.B. ein Kapitel zum Grundrecht auf “Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme”. Daran merkt man, dass das Buch auf dem aktuellen Stand ist. Die Tatsache, dass er mehr als einen Absatz schreibt, zeigt zudem, dass sich Petersen mit dem Thema auch beschäftigt hat – dabei fehlen ihm leider einige kritische Standpunkte, die aber (das muss man anerkennen) grossteils nach dem Juli 2008 (Datum des Vorworts) zu dieser Entscheidung publik wurden.

Der Schreibstil von Petersen ist sehr verständlich, das Schriftbild ist leider (wie bei dieser Reihe üblich) mitunter sehr anstrengend – man wünscht sich hin und wieder einen Absatz mehr. Dennoch kann man das Buch gut und problemlos durcharbeiten.

Es gibt sehr häufig Verweise über Fußnoten, was den Lehrbuchcharakter des Buches unterstreicht, aber nicht zu anspruchsvoll ist: Die Verweise sind gut ausgewählt, auf Schwerpunkte konzentriert und betreffen sehr viele Urteile die als Belege sehr nützlich sind. Dabei kann das Buch problemlos ohne Nachschlagen der Verweise durchgearbeitet werden, erst zur Vertiefung spielen sie eine Rolle.

Das Buch ist inhaltlich in die verschiedenen Anknüpfungspunkte des Medienrechts aufgegliedert, Petersen hat sich für die Folgende Gliederung entschieden:

1.Grundlagen
2.Bürgerliches Medienrecht
3.Medienwirtschaftsrecht
4.Öffentliches Medienrecht
5.Medienstrafrecht

In den Grundlagen wird auf kürzestem Raum ein sehr gelungener Überblick und Einstieg in das Thema gegeben, die restlichen Kapitel bieten umfassende Informationen.

Fazit

Das Buch ist sehr umfassend und überzeugend geschrieben. Wer sich in das Medienrecht einarbeiten möchte, hat hier ein sehr gutes Buch – für den leichten und schnellen Einstieg ist es aber nicht geeignet. Wer einen Grundriss sucht, ist hier falsch – allenfalls der erste Teil vermag einen Überblick zu geben.

Aufgrund des Schriftbildes ist es sicherlich auch mal anstrengend hiermit zu arbeiten, der Leser wird aber mit verständlichen Erläuterungen und dogmatisch anspruchsvollen Darlegungen belohnt. Für das tiefere Verständnis des Medienrechts ein ausgezeichnetes Handbuch.