Funk / Cole / Keber: Europäisches und internationales Medienrecht

Funk / Cole / Keber, Europäisches und internationales Medienrecht (Preis: 25 Euro)

Das Buch zum europäischen und internationalen Medienrecht ist auf jeden Fall interessant und die Autoren, drei an der Zahl, stellen zu Recht im Vorwort fest, dass es kein anderes Lehrbuch dieser Art bisher gibt. Ich werte es allerdings nicht als Nachteil, dass es somit zu diesem Thema auch keinen “bestehenden Kanon” gibt, jedenfalls finde ich, haben die Autoren das Thema sehr schön bearbeitet und eine dogmatisch gelungene Arbeit abgeliefert.

Es ist korrekt, was die Autoren im Vorwort betonen: Das Medienrecht ist in erster Linie vom innerstaatlichen Recht geprägt. Trotzdem war es offensichtlich kein Problem, nicht nur ein Buch zum Thema zu erstellen, sondern es auch noch mit gut 300 Seiten Text zu versehen – die keineswegs zäh zu lesen sind.

Ich muss gestehen, dass ich etwas überrascht war von den recht lebensnahen Themen – etwa zur Funktionsweise der ICANN. Aber von vorne: Das Buch ist in zwei Teile geteilt:

1.Europäisches Medienrecht
2.Internationales Medienrecht

Im europarechtlichen Bezug geht es um die üblichen Themenkreise (Primärrecht, Sekundärrecht, Wettbewerbsrecht) wobei Primär- und Sekundärrecht sehr stark “am Fall” orientiert ist. Gerade wenn es um die Grundfreiheiten geht. Insgesamt ist es sehr angenehm und durchgängig konkret in der Darstellung, was das Verstehen erheblich erleichtert.

Insgesamt gibt es 54 (kleinere) Fälle, die durchgehend behandelt werden und an denen sich das Buch orientiert. Damit hat man als Leser eine Menge zu tun – ist aber, bei der mitunter abstrakten Materie, dankbar für diese Anzahl und auch die mitunter sehr interessante Auswahl.

Die Autoren haben sich das Buch fair eingeteilt: Ziemlich exakt die jeweilige Hälfte der Seitenzahl geht an das Europarecht und an das internationale Recht. Neben Fragen der Regulation findet man in beiden Kapiteln das Thema Datenschutz und Urheberrecht. Alles in allem bietet das Buch einen guten und überraschend umfassenden Rundumschlag, wobei die Autoren ihrem eigenen Anspruch gerecht werden und eben keine wissenschaftliche Abhandlung erstellt haben, sondern einen Einstieg mit Überblick erarbeitet haben.

Insgesamt ist es jedenfalls eine große Chance, Themenbereiche zu erschließen, die einem sonst nur mühselig zugänglich wären – Themen wie die WTO oder ITU etwa, die man al gehört hat, aber nicht direkt in den passenden Zusammenhang stecken kann. Dabei wissen die Autoren um diesen Umstand und bieten regelmäßige Glossar-Übersichten, die Anfängern ebenfalls helfen werden.

Fazit

Ein sehr gelungenes Buch – für entsprechende Schwerpunkt-Studenten. Wer zum Medienrecht einen Einstieg sucht, liegt hier falsch; Hier wird das Medienrecht auf einer ganz anderen Ebene entwickelt. Wer den Schwerpunkt Medienrecht belegt hat, dem sei das Buch ganz dringend ans Herz gelegt, wenn er nicht gar eine entsprechende Veranstaltung belegen muss.

Ich selbst habe es vollständig gelesen, obwohl dies nicht mein Schwerpunkt-Bereich ist – auch aus dieser Perspektive war es äußerst interessant. man muss als Student aber ehrlich sein und wer das Medienrecht erstmal erlernen möchte, sollte in den Empfehlungen ein passendes Buch suchen.