Dieter Dörr / Rolf Schwartmann: Medienrecht,

Dieter Dörr / Rolf Schwartmann, Medienrecht, 2. Auflage (Preis: 18 EURO)

Das Buch von Dörr/Schwartmann stammt aus der Reihe “Start ins Rechtsgebiet” und so muss man es denn wohl auch verstehen: Inhaltlich ein erster Start, ein “Kennenlernen” mit gutem (aber nicht detailliertem) Überblick. Alles in allem ein sehr schönes Buch, das gerade für Neulinge (die noch unsicher sind) ein echter Tipp ist.

Ich habe den Eindruck, dass (neben Internationalem- und Wirtschaftsrecht) das “Medienrecht” zunehmend beliebter wird – auch und vor allem als Schwerpunktbereich bei Studenten. Das Problem ist aber durchaus, dass man vorher nicht unbedingt weiß, was einen erwartet. Gerne verwechselt man das Internet-Vertragsrecht oder Markenrecht mit dem (weiten Spektrum” des Medienrechts.

Soweit ich das dem Vorwort entnehmen kann, sind die beiden Autoren nicht nur Praktiker, sondern haben sich von Anwälten zum Thema beraten lassen. Entsprechend ist das Werk dann auch ausgerichtet: Weniger rechtsdogmatrische Lehre, als vielmehr griffiger Einstieg mit Konzentration auf das Wesentliche. Ich finde, sehr gelungen und wirklich griffig geschrieben. Dabei gliedert sich das Buch in die folgenden Teile:

1. Einführung
2. Medienrecht im Grundgesetz
3. Medienrecht nach medialen Erscheinungsformen
1. Presserecht
2. Rundfunkrecht
3. Filmrecht
4. Recht der Telemedien
5. Telekommunikationsrecht
4. Allgemeines Persönlichkeitsrecht
5. Übergreifende Regelungen (u.a.: Datenschutz, Wettbewerbsrecht, Jugendschutz, Urheberrecht)
6. Völker- und Europarechtliche Dimension

Das Buch selbst kommt mit 174 Seiten bei weniger als 100 Fußnoten aus – das sollte in Sachen Kompaktheit alles sagen. Dabei darf man es aber nicht als Oberflächlich abtun: Es ist eben ein Einstieg. Und wenn man es ernsthaft liest, wird man schon einige Zeit brauchen. jedenfalls mehr als es beim ersten Blick den Anschein hat.

Enthalten sind einige Übungsfragen und Beispiele, die durchaus helfen, das gelesene zu verbildlichen bzw. zu wiederholen.

An manchen Punkten geht es dann doch zu schnell, was aber das typische Problem solcher Darstellungen sind: So werden Nicht-Technik-Erfahrene im Glossar nach dem Lesen von “HTTP” hinterher verwirrter sein als vorher. Oder sich fragen, was SDSL ist, wo doch ADSL erwähnt wird. Das soll aber keine tiefgehende Kritik sein, sondern ist – wie schon geschrieben – das typische Problm solcher Glossars: Sie sind immer irgendwie zu kurz und irgendwo findet man immer was, was (vermeintlich) fehlt. Insgesamt ist es positiv festzuhalten, dass darauf Rücksicht genommen wird, dass auch Nicht-Techniker solche Bücher lesen werden und daher Verständnisprobleme auf der technischen Ebene vorprogrammiert sind.

Fazit

Das Buch ist kurz, eine gelungene Einleitung – aber nicht mehr. Es ist zum Kennenlernen des Gebietes, zum gehen Erster (gedanklicher) Schritte ein herausragendes und gelungenes Buch. Wer sich überlegt, das Medienrecht als Schwerpunkt zu wählen und nur ganz grob weiss, was ihn da erwartet, findet hier ein Buch das für ihn absolut perfekt ist. Ich möchte sogar nachdrücklich empfehlen, sich anhand dieses Buches einen Einstieg zu erarbeiten.
Es ist daher keine Kritik, sondern nur konsequent wenn ich dann noch festhalte, dass es natürlich kein Lehrbuch ist. Über den Einstieg hinaus – also im Bereich der Vertiefung – verliert es seinen Charme. Bei einem Buch aus einer Reihe mit dem Titel “Start ins Rechtsgebiet” ist das aber das höchste Lob, das man geben kann: Die Autoren halten sich an ihre eigene Vorgabe, und das sehr sauber. Wenn die Autoren daher im Vorwort davon sprechen, das das Buch mit “Mut zur Lücke” geschrieben wurde, sollte man das nicht in den falschen Hals bekommen und ausnahmslos positiv verstehen.